Durchblick im Spenden-Dschungel
Verbraucherzentrale gibt Tipps zum richtigen Spenden
Stuttgart, 26.11.2008 – Für Spendensammler bedeutet die Weihnachtszeit Hochsaison. Auch unseriöse Organisationen nutzen diese Zeit verstärkt für ihre Zwecke und versuchen, mit der Mitleidsmasche Geld für eigene Zwecke und nicht in erster Linie für Bedürftige zu sammeln. Bei der Vielzahl der Organisationen ist es oft schwierig, seriöse von unseriösen Organisationen zu unterscheiden. Die Verbraucherzentrale gibt wichtige Informationen und Tipps, damit die Spenden das richtige Ziel erreichen.
In Deutschland werden jedes Jahr ca. 5 Milliarden Euro gespendet. Dabei entfallen über 80 Prozent des gespendeten Geldes auf soziale Zwecke. Kein Wunder, dass sich viele Vereine mit ausgefeilten Werbemethoden einen erbitterten Wettbewerb um die Spenden liefern. Gerade unseriöse Organisationen arbeiten hier mit Mitleid erregenden Schreiben und gefühlsbetonter Werbung. Doch Verbraucher sollten sich dadurch nicht unter Druck setzen lassen. Eine wichtige Orientierung im Dschungel spendensammelnder Organisationen bietet hier das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen. Nur Organisationen, die sich freiwillig umfassend von dem unabhängigen Institut prüfen lassen, ihr Geld transparent verwalten und zum größten Teil dem Verwendungszweck zukommen lassen, erhalten das Spendensiegel für ein Jahr. Eine Liste der spendenwürdigen Organisationen findet man im Internet unter www.dzi.de. Vorsichtig bei Spenden sollten Verbraucher unbedingt an der Haustür sein. Brigitte Sievering-Wichers von der Verbraucherzentrale: „Waren von Behinderten werden in der Regel direkt in den Werkstätten verkauft und nicht an der Haustür oder am Telefon. Verkäufer von Blindenwerkstätten müssen einen Blindenvertriebsausweis haben und nehmen in der Regel nur Bestellungen an. Mitleid erregende Postkarten von so genannten Mund- und Fußkünstlern werden meistens von einem kommerziellen Verlag angeboten und nicht von einer karitativen Organisation.“ Bei Bargeldsammlungen sollte man sich immer den Personal- und den Sammlerausweis zeigen lassen und darauf achten, dass die Sammelbüchse verplombt ist und die Bezeichnung der Organisation trägt. Zur Vorsicht rät die Verbraucherzentrale auch bei Fördermitgliedschaften. Sie dauern in der Regel ein oder zwei Jahre, haben oft hohe Beiträge und können nicht vorher gekündigt werden.






